März 2008

Für Mittelstandspreis nominiert

Herz aus Stahl Exportschlager aus Nordholz — Firma Drebelow für Mittelstandspreis nominiert

 

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Nordholz (ih). Sie stecken in den Containerbrücken im Hafen von Shanghai, in Windrad-Riesen in Dänemark oder in den Förderbändern der weltgrößten Kupfermine in Chiles Wüste - kleine graue Stahlblöcke, über die die Energie auf die Anlagen übertragen wird, das Herz der Hydraulik. Gebaut werden Sie in Nordholz, bei der Firma Drebelow und Jahn.

 

Firmenchef Aage Drebelow sitzt im Blaumann in seiner großen Halle am Ortsrand von Nordholz und strahlt. Die Agentur für Wirtschaftsförderung hat sein kleines, boomendes Unternehmen für die bekannteste Wirtschaftsauszeichnung Deutschlands nominiert, den Großen Preis des Mittelstands. "Das ist eine tolle Anerkennung", freut sich der 40-Jährige. Seine Firma zählt zu den wenigen Unternehmen in Deutschland, die sich auf den Bau von Steuerblöcken spezialisiert hat, und verkauft sie an Maschinenbaufirmen in der ganzen Republik. Mit Erfolg: Umsatz und Mitarbeiter-Zahl haben sich in den letzten vier Jahren verdoppelt, mittlerweile wird im Gewerbegebiet Peilstelle rund um die Uhr gearbeitet.

 

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Begonnen hat alles vor 40 Jahren in einer kleinen Elektrowerkstatt in der Nordholzer Bahnhofstraße. Der Liebe wegen hatte es Peter Drebelow, den Vater des heutigen Firmenchefs, an die Küste verschlagen, aber der Maschinenschlosser fand keinen Job. Da lernte er den Elektromeister Ewald Jahn kennen, zusammen begannen die beiden, hydraulische Antriebsaggregate zu bauen. Die Aggregate verkauften sie vor allem in West- und Süddeutschland, in der Elbe-Weser-Region hatte Drebelow erfolglos Klinken geputzt.

 

In den 70er Jahren begannen die beiden, sich zu spezialisieren. "Ich musste einmal drei Wochen auf Filter für meine Aggregate warten, weil eine andere Firma alle aufgekauft hatte", erinnert sich Seniorchef Drebelow an sein Schlüsselerlebnis. Der Schlosser zog Konsequenzen. Fortan konzentrierte sich die Drei-Mann-Firma nur noch auf den Bau von Steuerblöcken. Das machte sie unabhängiger - und das Produkt wurde in Zeiten der Technisierung immer begehrter. 1987 stieg Sohn Aage in die Firma ein, drei Jahre später wurde es in der Jahnschen Werkstatt zu eng, die inzwischen sieben Mitarbeiter zählende Firma zog ins Gewerbegebiet Peilstelle um, in eine gut 500 Quadratmeter große Halle.

 

 

Mittlerweile ist die Halle auf die doppelte Größe angewachsen, 20 Mitarbeiter schneiden, fräsen, bohren dort die rohen Stahlblöcke zurecht. In sechs großen, containerähnlichen Maschinen werden die Löcher millimetergenau in die Hydraulikblöcke gebohrt, nachdem draußen am Computer die Daten eingegeben wurden. Seit eineinhalb Jahren wird hier von montags bis sonnabends in drei Schichten rund um die Uhr gefertigt. Manchmal füllen die Mitarbeiter auch schon mal sonntags vorm Brötchenholen die computergesteuerte "Bohrmaschine".

 

Kein Wunder, denn der Boom im deutschen Maschinenbau und ein guter Ruf in der Branche hat auch Drebelows Auftragsbücher bestens gefüllt. Sein Hauptproblem ist, gesteht er, genügend Fachkräfte zu finden. Zwar bildet er selber aus - drei angehende Maschinenbaumechaniker sind es derzeit, ab Sommer werden es fünf sein - aber auch das reicht nicht. Vor drei Jahren musste er den Flugzeughersteller Airbus abweisen, der auf der Suche nach Zulieferern war, weil er nicht genügend Leute hatte.

 

Text und Fotos: NORDSEE-ZEITUNG, ih

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